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Veranstaltungstipps für Berlin


Leitung: Alain Le Treut

 

Viele Kunstschaffende aus Frankreich sind in der deutschen Hauptstadt versammelt. Diese Rubrik bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Agenda mit regelmäßigen Veranstaltungstipps zu aktualisieren, um die französische Szene in Berlin zu treffen.

 

 

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Französische Tipps in Bonn / Saarbrücken
Deutsche Tipps in Paris / Nancy

 

Treffen sie hier Ihre Auswahl:

Headliner

Ausstellungen / Kunst

Musik

Lesungen / Vorträge

Theater

Kino

Treffen / Stammtische

Festival

Essen & Trinken

Verschiedenes

Institutionen


Weitere Veranstaltungs-Tipps können Sie auf französisch in Berlin Poche finden:




Headliner


ALAIN MABANCKOU

 

Alain Le Treut / Lena Loose

 

Anlässlich des Erscheinens der deutschen Ausgabe von "Black Bazar" findet eine Lesung mit Alain Mabanckou im Haus der Kulturen der Welt statt.

Rencontres - In « Black Bazar » wird der Erzähler zum Sprachohr von unterschiedlichsten Meinungen über die Kolonisation. Kann Ihr Werk dazu beitragen junge Leute über diese Debatte nachdenken zu lassen?

Alain Mabanckou. - Das Thema Kolonisation wird tatsächlich sehr thematisiert in dem Buch. Es ist prägnant, weil diese Fragestellung in Frankreich Tabu ist. Dort versucht man oft die Kolonisation zu glorifizieren, obwohl sie unter anderem auch die Vernichtung von den afrikanischen Kulturen mit sich brachte. Deswegen denke ich, dass junge Leute über diesen Aspekt nachdenken können, um die Würde ihren Kulturen wiederzufinden.

 

 

R. - Sie entführen den Leser mitten in eine durch Migration geprägte Gesellschaft. Welche Beziehung haben Sie zu diesen Teilen der französischen Bevölkerung?

A.B. - Ich bin in Frankreich als Immigrant angekommen und kenne sehr gut die Schwierigkeiten, die mit diesem Status verbunden sein können. Ich bewege mich viel in den populären Bezirken, wo sich die Kulturen vermischen. Ich habe sogar eine Wohnung im Herz des 18. Stadtbezirks in Paris. Ich sehe den kulturellen Reichtum dieser politisch eher ausgegrenzten Kreise. Ich bleibe in ihrer Nähe.

 

 

R. - Der Beninische Schriftsteller Olympe Bhêly Quénum denunziert einen « Ostrazismus» gegenüber vielen afrikanischen Schriftstellern seitens der literarischen Kritikerkreise in Frankreich. Sind Sie optimistisch oder pessimistisch bezüglich einer besseren Anerkennung der afrikanischen Literatur in den französisch literarischen Kreisen?

A.B. - Ich glaube nicht an diesen Ostrazismus. Wir afrikanische Schriftsteller müssen uns selber Fragen stellen, um mit der Hilfe unserer Texte die literarische Landschaft Frankreichs zu bewegen. Heutzutage findet man in Frankreich Texte afrikanischer Schriftsteller in wichtigen französischen Zeitungen („Le Monde“, „Libération“, „Le Nouvel Observateur“ usw.). Schriftstellern wie Fatou Diome (Senegal), Léonora Miano (Kamerun), Gilbert Gatore (Ruanda) usw. sind gegenwärtiger geworden. Ich bin davon sehr begeistert und weiß, dass es keine literarische Diskriminierung gibt. Außerdem muss man daran erinnern, dass afrikanische Schriftsteller große literarische Preisen bekommen, die bislang für Franzosen reserviert waren. Ein französischer Herausgeber, der einen afrikanischen Schriftsteller veröffentlicht ohne seine Verkaufsförderung zu übernehmen ist für mich unvorstellbar. Es wäre ein kommerzieller Verlust für den Herausgeber.

 

R. - Wie haben Sie auf die Veröffentlichung Ihres Buches in Deutschland reagiert?

A.B. - Es ist eine gute Nachricht. Obwohl meine Arbeiten bereits in mehr als zwölf Sprachen übersetzt wurden ist dies das erste Mal, dass einer meiner Texte auf Deutsch veröffentlicht wurde. Ich hoffe, dass die deutschen Herausgeber meine vorherigen Romanen in die Zukunft auch übersetzen werden.

 

Interview per Email den 19.02.2010

Vielen Dank an Susanne Fink!



©Hermance Triay

Vorherige Headliners

- SP38

- Swel und Imad Noury


Ausstellungen / Kunst

„Tout doit disparaître“ (Jérémie Bennequin) ab den 12.03. in der Galerie Maud Piquion (Brunnenstraße 38, 10115 Berlin). Öffnungszeiten: Dienstag-Donnerstag von 14 bis 18 Uhr, Freitag von 15 bis 21Uhr, Samstag von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung

Dieser französische Künstler erschafft in seiner Arbeit ein Ritual von Sehnsucht und Mystik des Nichts. Mit Radiergummi bearbeitet er nach und nach systematisch die Seiten des bedeutenden Werkes von Marcel Proust "À la Recherche du temps perdu".


Musik

- Victor Démé: im Lido den 21.4. um 20 Uhr (17 euros VVK, 20 euros AK).

Cuvrystraße 7,  10997 Berlin, 030 69566840 - www.lido-berlin.de

Nach seiner Erfolg in Frankreich zwischenlagert der burkinische Sanger in Berlin für die Veröffentlichung sein zweites Album "Deli".

 

- Gotan Project : au Tempodrom le 22 mai 2010  (35 euros)

http://www.tempodrom.de/gotan_project_2010-05-22_20.html

Das Trio aus Paris ist zurück mit einem neuen Album "Tango 3.0".

Bald auf rencontres.de!


Lesungen / Vorträge

- Di 02.03., um 19:30 Uhr @ Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Alain Mabanckou, Black Bazar

Ein furioser Roman über die schwarze Seele von Paris

Lesung im Rahmen der Konferenz „Conventions and Conversions“ (Seminar für Afrikawissenschaften) in Kooperation mit der Humboldt-Universität und dem Institut Français

Eintritt 5,- € / 3,- €


Theater

- Laurent Chétouane, Tanzstück #4, den 15. und 16. Mai in Sophiensäle: http://www.sophiensaele.com/produktionen.php?IDstueck=688

Bald auf rencontres.de!

 

Neue Theater Workshops in Berlin: La Ménagerie, Plattform des frankophones Theaters in Berlin

La Ménagerie e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, um frankophones Theater in Berlin zu fördern. Der Verein baut ein Netzwerk aus Theaterkünstlern, Laien und Professionellen auf und schließt Partnerschaften mit Spielstätten, Institutionen und Medien.

Mehr Infos auf: lamenageriede.wordpress.com


Kino

Aktuelles Kinoprogramm:

Auf der anderen Seite des Bettes

Coco Chanel: Der Beginn einer Leidenschaft

Das weiße Band

Die Schwarze aus Dakar

Die Schachspielerin

La France (von Serge Bozon)

Memoires d'immigres. L'heritage maghrebin

Seraphine

—› KINOS UND SPIELZEITEN unter www.cineclic.de


Treffen / Stammtische

Berliner Tandem - deutsch-französisch


Monatliches frankophones und literarisches Treffen:

- Veranstaltungen von "Die 12 Sternen"

- Veranstaltungen von Zadig Buchhandlung


Festival

- Fête de la Francophonie: den 12.3.2010 im Haus der Kulturen der Welt um 19 Uhr 30. Entritt Frei!

Mehr Infos auf: www.francophonie-berlin.de

 

- Printemps des poètes, Berlin 10 - 08. bis 21. März 2010 in Wedding

Das Poesiefest Printemps des Poètes, Berlin10 präsentiert interdisziplinäre und interaktive Poesieprojekte. Das Fest möchte die Poesie popularisieren: Poesie zu den Menschen bringen z.B. mit dem Poem Space Mobil, Poesie präsent machen z.B. mit der Poesie Meile und die Menschen zur Teilnahme anregen mit verschiedenen Aktionen zum Mitmachen.

mehr Infos auf

www.printempsdespoetes-berlin.blogspot.com


Essen & Trinken

Aux Délices Normands - Boulangerie, Patisserie
Wo:
Berliner Straße 49, Zehlendorf, Tel.: 811 40 17
Neue Kantstraße 26, Charlottenburg, Tel.: 32 60 54 44
Pfalzburger Straße 76, Wilmersdorf, Tel.: 88 62 70 54
Ihnestraße 29, Dahlem, Tel.: 83 22 82 12
Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 7-18 Uhr, Sa. 7-14 Uhr, So. 8-16 Uhr

Diekmann - Restaurant
Wo: Meinekestraße 7, 10719 Berlin

Entrecôte - Restaurant, Brasserie
Wo: Schützenstrasse 5, 10117 Berlin

Garçon - Café, Restaurant, Bar, Concert
Wo: Fechnerstraße 30, 10717 Berlin

La Brasserie de France
Wo: im Centre Français, Müllerstraße 74, 13349 Berlin

La Muse Gueule - Restaurant
Wo: Sredzkistraße 14, 10435 Berlin

Le Piaf - Restaurant, Bistro
Wo: Schloßstraße 60, 14059 Berlin

Le Provençal - Restaurant
Wo: Spreeufer 3, 10178 Berlin

Moustache - Restaurant
Wo: Galvanistr.12, 10587 Berlin


Verschiedenes


Institutionen

Deutsch-Französisches Jugendwerk, Molkenmarkt 1, 10179 Berlin
Info-Café Berlin-Paris im Deutsch-Französischen Jugendwerk


Institut Français de Berlin, Maison de France, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin
Cinema Paris, direkt im Institut Français


SP38


 

« VIVE LA BOURGEOISIE », « WHO KILLS MITTE ?», « VIVE LA CRISE », « QUALITY STREET », « VOLKS LUXUS », « BANKSY IS FRENCH » , « NO REVOLUTION TODAY », « I DON'T WANNA BE UR FRIEND ON FACEBOOK », « VIVE LA POESIE »…

 

Der Plakatkleber SP38 (siehe der ihm gewidmeten Artikel in der Rubrik Kunst, Ausgabe vom 01.07.06) hat neue Slogans zwischen schrägem Humor und Provokation gefunden, die überall in den Straßen Berlins zu lesen sind. Im Rahmen seiner neuen Ausstellung « Wa-r-ter » (mit Cathy Cat Rastler) haben wir ihm das Wort erteilt.

Rencontres. – Wie stellst du dich vor? Was für eine Laufbahn hast du?
SP38 – Ich heiße SP38, ich bin Franzose, ich lebe seit schon lange in Berlin, und bin Plakatkleber, Maler und Darsteller. Ich habe an der französischen Kunsthochschule studiert, aber nicht bis zum Abschluss. Ich bin eher Autodidakt. Ich komme aus der Normandie, und habe in Paris angefangen zu malen, dann bin ich auf die Idee gekommen Plakate zu machen, um sie überall in der Stadt aufzukleben. Ich war in der Pariser Hausbesetzerszene tätig zwischen 1990 und 1995, und bin dann in Berlin im Tacheles gelandet. Ich bin ein bisschen per Zufall dort hingekommen, und vor fünfzehn Jahren war alles ziemlich leer und „rock’n’roll“. Und alles war möglich, im Vergleich zu Paris wo nichts mehr möglich war. Seitdem hat sich alles sehr verändert, aber ich bleibe! Am Anfang habe ich sich wiederholende Bilder auf Papier gemalt, wie zum Beispiel Flugzeuge oder Wale, und nach und nach bin ich auf die Idee gekommen mehr mit Texten zu arbeiten, vielleicht werden sich die Texte bald nur auf ein Wort reduzieren. Ich mag aber besonders die Slogan Idee, was wie „Agitprop“ zu machen. Da es mit der Hand gemalt ist, ordne ich mich zwischen Graffiti und Werbung ein, es ist eine Art Mischung, der Einfachheit halber.

R. – Warum hast du dich für das Medium Plakat entschieden, und warum schreibst du manche Slogans auf Französisch?
SP38 – Ich schreibe sie sogar auf deutsch, aber vor allem doch auf Englisch. Aber es gibt Sachen die auf Französisch sehr gut passen, und die man so nur auf Französisch sagen kann, wie zum Beispiel „Vive la Crise“ [es lebe die Krise]. Es klingt ein bisschen wie „Vive la révolution“ [Es lebe die Revolution], es ist um eine Identität zu besitzen, um schnell erkennbar zu sein. Ich benutze Plakate, weil es schnell geht und, weil es weniger riskant ist. Eine Schablone direkt auf die Wand zu sprühen ist schon illegal, aber Aufkleben ist noch zugelassen. Deswegen ziehen viele Künstler das Aufkleben von Plakaten dem Sprühen vor.

R. – Ist Street-Art in Galerien ausgestellt immer noch Street-Art?
SP38 – Nein, es ist was anderes. Street Art ist unbedingt in der Straße. Wenn es in einer Galerie oder im Innenraum ausgestellt ist, kann es eine Fortsetzung dessen sein. Ich stelle gerade Sachen aus, die eine Fortsetzung von meiner Arbeit sind, oder Sachen die ich nicht in der Straße machen konnte, zum Beispiel stelle ich eine Installation aus einer Badewanne aus. Meine Plakate haben ihren Platz draußen. Im Innenraum habe ich Werke über meine Plakate gemacht. Ich zerreiße sie und klebe sie auf Material, um einen ähnlichen Prozess wie im urbanen Umfeld nachzustellen.

R. – Was denkst du von den Beziehungen zwischen Street Art und dem Kunstmarkt?
SP38 – Der Kunstmarkt kommt gerade ein bisschen außer Atem. Ich finde, dass es ein bisschen schade ist, dass Street Art kommerziell wird.  Die Leute, die vor zwanzig  Jahren Street Art Scheiße fanden, werden es nun in Museen ausstellen, es ist ein bisschen gefährlich.  Es ist auch gut, dass es eine Anerkennung gibt, aber dass es ein Produkt für den Kunstmarkt wird, ist es ein bisschen schade. Inzwischen ein bisschen Geld zu machen um weiter seiner Kunst nachzugehen ist eine Sache, damit aber viel Geld zu machen um des Profits wegen ist ein ganz anderer Fall. Es gibt viele Leute, die in das Business eingedrungen sind, und es sind nicht unbedingt die Künstler selber. In Paris gibt es einen Schundmarkt. Deswegen ist es auch gut, dass Street Art aus den Galerien herauskommt, und vor allem, dass es auf der Straße bleibt.
Berlin den 23.1.2010

Vielen Dank an Sarah W., Markus K., und Nadine C. für ihre nette Mithilfe!

Die Ausstellung „Wa-r-ter  (der Krieg des Waters)“ (SP38 et Cathy Cat Rastler) ist ab dem 22.01. in der Galerie Maud Piquion eröffnet (Brunnenstraße 38, 10115 Berlin). Öffnungszeiten: Dienstag-Donnerstag von 14 bis 18 Uhr, Freitag von 15 bis 21Uhr, Samstag von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Weitere Informationen:
- www.maudpiquion.com/en/collection/SP38.html
- www.sp38.com
- Artikel « Das Bürgertum an die Wand kleben » von André Glasmacher, erschienen am 01.07.2006 in der Rubrik « Kunst »
- Auswahl von Bildern: www.flickr.com/photos/tags/sp38





Swel und Imad Noury


Aktuell: KINO AUS MAROKKO : SWEL UND IMAD NOURY

(Alain Le Treut / Magali Karee)

 

Anlässlich der Berlinale stellen die marokkanischen Regisseure Swel und Imad Noury ihren neuen Film »The man who sold the world« vor. Er wurde auf Arabisch und Französisch gedreht und vereint Fehd Benchemsi, Said Bey und Audrey Marnay auf der Leinwand.

 

Rencontres – Ihr Film basiert auf Dostojewskis Das schwache Herz. Wie haben Sie sich diese Novelle angeeignet?
Swel Noury – Der Schreibprozess verlief in zwei Etappen: im ersten Durchlauf wollten wir der Vorlage so treu wie möglich bleiben, indem wir die gleichen Themen, die gleiche Art von Dialogen, die Gefühle beibehalten haben. Nur die Daten haben wir leicht verändert, um das Ganze zu aktualisieren. Im zweiten Schritt, als die Schauspieler sich den Text aneignen mussten, haben wir ihn mit ihnen zusammen noch einmal überarbeitet: wir haben den Text so angepasst, dass sich die Schauspieler wohl fühlten mit dem, was sie sagten. Außerdem habe ich der weiblichen Hauptfigur gegenüber Dostojewskis Novelle mehr Gewicht gegeben, weil es die Dreiecksbeziehung, die sich im Film entwickelt, interessanter macht. Wir haben die Vorlage leicht abgewandelt, aber in vielen Dingen sind wir ihr sehr treu geblieben.

 

R. – Was hat Sie dazu gebracht, Ihre Filme auf der Berlinale vorzustellen? Warum kommen sie in Frankreich nicht an?
Imad Noury – Das erste Mal [AdR: 2006 mit Heaven’s Door] lief das über eine Freundin von uns, die Verbindungen hatte zu jemandem, der beim Festival arbeitete. Das Auswahlkomitee sah sich den Film an, dann wurden wir eingeladen. Das war für uns unglaublich, für die Kategorie Panorama ausgewählt zu werden. Dieses Mal kannten wir die Leute ja schon. Wir hatten Lust, nochmal zur Berlinale zu kommen, vor allem wegen der Berliner. Das Publikum besteht hier wirklich aus Kunstinteressierten und aus Leuten von der Straße, die sich die Filme ansehen und dir dazu Fragen stellen können. In Cannes ist das anders. In Berlin gibt es diese menschliche Seite noch und die ist sehr wichtig für ein solches Riesenfestival. Das hat man selbst bei kleineren Festivals manchmal nicht mehr.
Swel Noury – Für unseren ersten Film hatten wir bei verschiedenen französischen Festivals angefragt, u.a. bei der Sektion »Un certain regard« in Cannes, der Semaine de la Critique und »la Quinzaine«, und überall eine Abfuhr bekommen. Der neue Film war einfach nichts für Cannes und ich denke, wenn einem ein Festival eine Chance gibt, sollte man diesem Festival gegenüber auch ein gewisses Maß an Loyalität zeigen. Immerhin hat uns das viele Türen geöffnet, denn im Anschluss wurde der Film bei 35 Festivals weltweit gezeigt.

 

R. – Die ersten afrikanischen Filmkritiken sprechen von einem schwer zugänglichen Autorenfilm. Was ist Ihre Antwort darauf? Wie wurde der Film in Berlin von den Kritikern aufgenommen?
Swel Noury – Mit Afrika meinst du vor allem Marokko. Die Kritiker dort fanden den Film pedantisch, elitär und nicht repräsentativ für die marokkanische Kultur. Ich denke, das ist ein Irrtum. Die Leute hier sehen den Film mit anderen Augen und sie lieben ihn, gerade wegen der Bilder, die charakteristisch für uns sind, der Geschichten und der Schauspieler. Das Werk wird auf ganz unterschiedliche Weise wahrgenommen. Für Viele ist es unvorstellbar, dass man vor lauter Glück verrückt werden kann. Wenn du alles hast, was du brauchst, um glücklich zu sein, dann wirst du nicht verrückt. Wenn man gedanklich auf dieser Ebene bleibt, dann kann einem der Film natürlich anmaßend vorkommen. Aber wenn man weiter geht und sich tatsächlich Fragen über das Glücklichsein stellt, dann ist der Film alles andere als anmaßend.

(Berlin den 13.02.2010)




Für Hinweise auf Adressen, durch die wir den Inhalt unserer Rubrik erweitern können oder Informationen direkt von Ihrer Institution, wären wir sehr dankbar.

Kontakt: berlin@rencontres.de

 

 

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